Eingangs

Mich zieht es hin zum Unbeachteten, Übersehenen, Unerkannten. Ich glaube daran, dass alles und jedes auf der Welt eine Existenzberechtigung hat – einfach deshalb, weil es da ist. In meiner Arbeit geht es darum, das in die Sichtbarkeit zu bringen, dessen Existenz ungesehen war.

Aktuelle Ausstellung

„Erwin Talker – Bildermacher“

Eröffnung: 28. Februar 2018, 19:30 Uhr

Bildungshaus St. Martin
Kehlbergstraße 35
8054 Graz
Tel.: +43 316 28 36 55
http://www.schlossstmartin.at

Erwin Talker, INDIA 2001, THE WORLD IS WHAT YOU SEE (© Erwin Talker)

Man wird wohl niemals wirklich Zugang zur Kunst finden, wenn man sich nicht mit den Künstler/innen  auseinandersetzt. Dies gilt besonders für die Kunst der Gegenwart. Je jünger ein Kunstwerk ist, desto mehr ist es zu verstehen als Ausschnitt aus einem übergreifenden Prozess.
Die Ausstellung „Bildermacher“ ist ein Projekt von Erwin Talker und Asynchrome / Michael Schitnig – Marleen Leitner, Baptiste Elbaz, Dinstl Georg, Eisenberger Christian, Feldgrill Benjamin, Fürpaß Josef, Gallaun Uwe, Gugg Eva-Maria, Grabner Jana, Hirsch Severin, Jauk Sabrina, Khaleghi Taraneh, Koegeler Anna, Kri / Kammerhofer Kristian, Malzbauer Raphaela, Mohl Slava, Ogiamien Samson, Petzl Gerhard, Pippan Markus, Riemer Daniela, Saman Ahmed, Scharler Elisabeth, Schuster Klaus, Stieber Martina, Stoisser Marlene, Sazgar Salih, Thom van Dyke, Windisch Katharina, Zeljko Kolak.

Die Ausstellung ist bis Freitag, den 6. April 2018 zu besichtigen.

Anruf vor Besichtigung erbeten: +43 316 28 36 55

Eröffnung:
Mag. Christopher Drexler, Kulturlandesrat
Anna Thaller, Schloss St. Martin

Laudator:
Mracek Wenzel, Kunsthistoriker

Musik:
Cooks of Grind und DJ Columbush

Projekt „Looking glass“

Malerische Intervention

looking glass ist ein zeitlich begrenzter und umkehrbarer Eingriff an einem Gebäude: Fensterscheiben werden mit Gouache (Wasserfarbe) bemalt.

Mal-Technik

Gouache eignet sich für Malerei auf saugfähigen Materialien wie Pappe, Karton, Holz; ihr Einsatz auf Glas ist unorthodox, zumal das enthaltene Wasser zum Abperlen der Farbe führen kann. Sie trocknet rasch auf und erzeugt eine kreidig-pudrige, hoch verletzliche Farbschicht.

Motiv

Die mehr oder weniger wechselhaften Erscheinungen vor den Fenstern sind die Motive für die Malerei – Gebäude, Wolken, Fahrräder, Hunde. Was auch immer meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, während ich durch das Glas nach draußen schaue, wird zum Auslöser für Farbspuren, die ich auf die Scheiben setze.

Durch die Farbspuren wird die „Unsichtbarkeit“ der Fenster­scheiben aufgehoben. Es wird ­gleichsam eine vertikale Membran eingeschaltet, eine weitere Ebene von Wahrnehmungsmöglichkeiten.

Bild-Ernte

Je nach Wetter und Tageszeit, und je nach Perspektive des Betrachters, ändern sich die (Bild-)Eindrücke.

Diesen Bildeindrücken nähere ich mich mit der Kamera. Nach und nach „pflücke“ ich die Bilder, die sich im Zusammenwirken von Glas, Malerei, Umgebung und Licht zeigen.

Später werden ausgewählte Photographien vergrößert und auf Aluminiumtafeln aufgezogen. Die so entstandenen „Lichtkonserven“ kann man gerne kaufen.

 

Nach Projekt-Ende werden die Farbspuren abgenommen und die Fenster gereinigt.

 

Im September 2017 habe ich looking glass im Rahmen von „Gotische Halle Graz – Raum für neue Kunst“ umgesetzt.

„Looking glass“ in der Gotischen Halle

Looking glass bei der Ausstellungsreihe „Gotische Halle – Raum für neue Kunst“, einer Initiative des Kulturressorts der Stadt Graz, im Zeitraum September bis Oktober 2017. (Link zur Einladung „Gotische Halle“ im Archiv).

Gotische Halle, Hauptraum: Blick in den Hof durch die bemalten Fenster. Foto: Doris Sporer
Gotische Halle: Blick von draußen. Foto: Doris Sporer
Gleiches Fenster wie oben, andere Tageszeit, andere Seite. Foto: Doris Sporer
Am Abend im Hof. Foto: Doris Sporer